Cloud Printing: Realität vs. Hype
Ein Schlagwort scheint die Fantasie der IT-Welt zu beflügeln wie kein anderes. Das Wort lautet „Cloud“, und seine Definition ändert sich tatsächlich so oft wie das Wolkenbild am Himmel. Dennoch sind sich die meisten Menschen einig, dass die Vorteile dieser neuen Technologie bestechen: ihre Einfachheit, Benutzerfreundlichkeit, die geringen Kosten und die nahezu universellen Zugriffsmöglichkeiten.
Angesichts der Kosten und des Aufwands, die mit der Verwaltung von Dokumenten verbunden sind, nimmt es nicht wunder, dass „Cloud Printing“ unter den IT-Analysten und Technikjournalisten ein derart beliebtes Thema ist. Konventionelle Druckumgebungen können Dutzende von Gerätemarken- und modellen, mehrere Betriebssysteme und Datenströme in Formaten von AFP bis ZPL umfassen. Außerdem erfordert jede Kombination aus Hardware, Betriebssystem und Datenstromformat einen anderen Satz an Treibern, um sicherzustellen, dass das Dokument nicht als „Zeichensalat“ endet.
Es überrascht nicht, dass der Hype um Cloud Printing von den Hardware-Herstellern wie HP und Apple ausgeht. Führend unter den Anbietern softwarebasierter Cloud-Printing-Systeme ist Google. Während Experten es noch als neu aufkommende Technologie betrachten, ist Cloud Printing — in der ein oder anderen Form — bereits jetzt nicht mehr wegzudenken.
Der Ansatz eines Druckerherstellers: ePrint.
Jeder Druckerhersteller verfolgt seine eigene Cloud-Printing-Vision, was natürlich die Interessen des Unternehmens und seiner Aktionäre widerspiegelt. So verwundert es nicht, dass der Druckerhersteller HP eine neue Produktlinie von „ePrint enabled“-Geräten angekündigt hat.
Indem Dokumente mobiler Benutzer an einen im Drucker integrierten E-Mail-Client geroutet werden, werden mit diesen Geräten zwei wichtige Ziele erreicht. Zum einen ersparen diese Drucker das Installieren und Verwalten von gerätespezifischen Treibern auf Smartphones und Tablet-PCs. Zum anderen sind die Druckumgebungen der Kunden mit diesen Geräten an die HP-eigene Technologie „gekettet“: eine gute Nachricht für alle Angestellten und Aktionäre von HP.
Der Ansatz eines Herstellers von Client-Geräten: AirPrint.
Angesichts der Entwicklung des iPad von einem Unterhaltungsspielzeug zu einem echten Arbeitsgerät wird vielfach erwartet, dass diese Tablet-PCs das Zeitalter des papierlosen Büros einläuten. Stattdessen führte das Fehlen einer nativen Druckerunterstützung beim iPad zu einer Unmenge an Druck-Apps von Drittanbietern; die Nachfrage war so hoch, dass – als die Druckunterstützung endlich in die iOS-Plattform integriert war – dies von Apple als fundamentale Neuerung angepriesen wurde.
Wenn Einfachheit und universeller Zugriff die Aushängeschilder des Cloud Printing sind, hat Apple die Messlatte mit AirPrint erneut höher gelegt. Da AirPrint Industriestandards wie das Internet Printing Protocol (IPP) und Adobe PDF unterstützt, bietet es eine elegante Möglichkeit, verfügbare Geräte zu finden und auf diesen zu drucken, ohne dafür vorher Treiber installieren zu müssen. In den ersten Presseberichten stand die Tatsache im Vordergrund, dass es nur eine Handvoll AirPrint-fähiger Geräte gab – alle von HP – und dass diese nicht die Anforderungen von Android- und BlackBerry-Smartphones oder anderen mobilen Betriebssystemen erfüllten.
Dennoch birgt der Industriestandard-basierte Ansatz von Apple Vorteile für Unternehmen, die Output-Management-Lösungen von LRS einsetzen. Kunden können die nahtlos integrierte und treiberlose Cloud-Printing-Funktion, die Druckaufträge auf VPSX®-fähige Drucker routet, von jedem iPad oder iPhone aus aktivieren ... und haben die Möglichkeit, archivierte Dokumente einzusehen, die auf einem PageCenterX-Server abgelegt wurden. (Klicken Sie hier, um weitere Informationen zu erhalten.) Die Lösung verbindet die Mobilität und Eleganz, die für Apple-Benutzer inzwischen ein Muss ist, mit der Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit von LRS-Enterprise-Output-Servern. Sie stellt für LRS-Kunden die schnellste und kostengünstigste Möglichkeit dar, ihre bestehenden Druckerflotten AirPrint-fähig zu machen.
Der Ansatz eines Softwareservice-Anbieters: Google Cloud Print
Um nicht hinter den anderen Anbietern zurückzustehen, brachte der Suchmaschinen-Riese „Google Cloud Print“ heraus, ein sehr Google-typischer Ansatz für die Vision vom universellen Drucken. Die Endbenutzer müssen sich ein Konto bei Google einrichten, dem sie dann einen beliebigen „ePrint-fähigen“ Drucker von HP als Zielausgabegerät hinzufügen können, indem sie die mit dem Gerät verbundene E-Mail-Adresse angeben. Alternativ kann ein Benutzer mit jedem Drucker drucken, der auf einem Windows-Rechner installiert ist. Dieser Ansatz erfordert die Installation des Browsers Google Chrome, der auf dem Rechner des Benutzers im Hintergrund als Print-Proxy läuft. Bedauerlichweise muss der Rechner eingeschaltet und der Benutzer angemeldet bleiben, um das Cloud Printing nutzen zu können.
Datenschützer weisen auf ein noch grundlegenderes Problem dieses Ansatzes hin: Alle Dokumente werden über das öffentliche Internet an die Server des internen Datenzentrums von Google gesendet. Wenn es sich um Dokumente handelt, die Gesundheitsinformationen, Betriebsgeheimnisse oder andere vertrauliche Informationen enthalten, dürften Unternehmen davon absehen, diese über die gleichen Einrichtungen zu senden, die auch zur weltweit am meisten genutzten Suchmaschine gehören.
Eine Wolke mit vielen Namen ...
Jeder der heutigen Cloud-Printing-Anbieter sieht die Herausforderungen aus einer anderen Perspektive, die seinen eigenen Marktfokus widerspiegelt. LRS bildet da keine Ausnahme. Da LRS keine Drucker und Betriebssysteme vertreibt und sich auch nicht am Geschäft mit der Online-Werbung beteiligt, betrachtet man Cloud Printing hier schlicht als naheliegende Erweiterung der bestehenden Drucknetzwerke seiner Kunden.
“Alles auf allen Geräten drucken, von jeder Plattform oder jedem Gerät aus.” Seit drei Jahrzehnten helfen die Ausgabelösungen von LRS ihren Kunden bei der Verwirklichung dieser einerseits einfachen, doch andererseits schwer greifbaren Idee. Auch wenn das Cloud Printing bereits ein großer Schritt auf dem Weg in Richtung universelles Drucken ist, ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Erst ein Ansatz, der auf den gängigen Industriestandards basiert und nicht von einzelnen Herstellern abhängt, kann Unternehmen dabei helfen, die wirklichen Vorteile dieser neuen Technologie voll auszuschöpfen.
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